Forschung im ILTHOS

Konstruktivistische Instruktionstheorien und Theorien einer Handlungsorientierung leiten unsere Forschung im ILTHOS und in den Bereichen des Skills-Lab-Konzeptes sowie dem Ansatz des simulationsbasierten Lernens.

Orientierung geben uns Studien, welche nachweislich die Wirkung simulationsbasierten Lernens zeigen. Im medizinischen Bereich konnten diese vor allem in der Chirurgie und Anästhesie bestätigt werden. Demnach wirken sich die Lehr-Lernprozesse in speziell simulierten Lernumgebung positiv auf Lernerfahrungen, den Lernerfolg und die spätere Berufspraxis aus . Ferner konnten gesteigerte Kompetenzen sowie ein Zuwachs an Wissen und Selbstvertrauen der Studierenden belegt werden. Die Studie der amerikanischen Pflegekammer National Council of State Boards of Nursing (NCSBN) im Jahre 2014, zeigte auf, dass ein Anteil von mindestens 50 Prozent des sonstigen traditionellen klinisch-praktischen Unterrichts durch das simulationsbasierte Lernen ersetzt werden kann . In diesem Kontext spielt auch die „Patientensicherheit“ eine wesentliche Rolle, welche durch das explizite Simulieren von potenziellen Fehlerquellen und Problemsituationen im Alltag mittels High-Fidelity-Simulation verbessert werden kann.

Mit dem Ansatz simulationsbasierten Lernens ergibt sich für die Akteure der beruflichen Bildung im Gesundheitswesen eine weitere Möglichkeit, um auf die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Veränderungen sowie Fortschritte zu reagieren.

Aufzeichnung einer Simulation im Teaching Lab

Darüber hinaus verdeutlichen praxisbezogene Modelle und Ansätze, wie das problemorientierte, situierte und handlungsorientierte Lernen, wie eine kompetenzorientierte Lehre gestaltet werden kann. Ein handlungsorientierter Unterricht zielt auf der Einbeziehung aller Sinne während des Lernprozesses ab und wird auch mit dem Lernen von „Kopf, Herz und Hand“ nach Johann Heinrich Pestalozzi assoziiert. Aber auch das Plädoyer John Deweys „Learning by doing“ spiegelt den Grundgedanken dieses Ansatzes wider. Folglich geht es um Ganzheitlichkeit, die Aktivität der Lernenden sowie eine aktive Gestaltung des Unterrichtsprozesses durch die Lernenden selbst .

Mit dem ILTHOS sollen theoretische Voraussetzungen für die spätere Berufspraxis vermittelt werden, wobei ein Schwerpunkt auf berufsrelevante Handlungen und Begründungszusammenhänge gelegt wird. Die erworbene berufliche Theorie soll schlussendlich auf andere Anwendungskontexte übertragen werden können, sodass ein Theorie-Praxis-Transfer und die Anbahnung beruflicher Handlungskompetenzen gewährleistet wird.  

Zitieren Sie diesen Beitrag als:
Müller, L. (2021). Forschung im ILTHOS. Abgerufen am 8. Dezember 2022 von https://www.ilthos.uni-osnabrueck.de/menue-forschung/

Literatur

Oelke, U. & Meyer, H. (2014). Teach the teacher: Didaktik und methodik für lehrende in pflege und gesundheitsberufen. Berlin and Illustrationen: Cornelsen.
Savoldelli, G. L., Naik, V. N., Hamstra, S. J. & Morgan, P. J. (2005). Barriers to use of simulation-based education. Canadian journal of anaesthesia = Journal canadien d’anesthesie, 52(9), 944–950. https://doi.org/10.1007/BF03022056
Hayden, J. K., Smiley, R. A., Alexander, M., Kardong-Edgren, S. & Jeffries, P. R. (2014). The NCSBN national simulation study: A longitudinal, randomized, controlled study replacing clinical hours with simulation in prelicensure nursing education. Journal of Nursing Regulation, 5(2), S3–S40. https://doi.org/10.1016/S2155-8256(15)30062-4